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Das Sammeln Von Grafiken (zusammengestellt von
Ulrich R. Dämmrich)
Vorwort:
Ein Grafikliebhaber muß nicht unbedingt ein -sammler sein. Der Liebhaber
erwirbt Grafik nach Lust umd Laune, einzige Bedingung, die Grafik muß gefallen.
Ein Sammler hingegen ist natürlich auch ein Liebhaber von Grafik, zugleich aber
ist er noch mehr. Er handelt nicht nur nach dem Prinzip des Gefallens, er
verfolgt ein Programm. Er ist im Topografischen auf Vollständigkeit bedacht,
sammelt nach Themen oder Motiven, die wesentlichen Blätter einer Zeit, Epoche
oder einer Region, eines Landes, eines Kulturkreises oder eines Künstlers u.s.w.
Eine Sammlung ist ebend kein Sammelsurium. Eine Sammlung bedarf der Pflege. Ohne
forschendes Interesse - eine moralische Verpflichtung des Besitzers - gibt es
keine Sammlung. Sammeln heißt nicht nur Zusammentragen grafischer Werke, sondern
Ordnen, Systematisieren, Auswerten, Vergleichen - auch Sammeln von Informationen
über deren Entstehung und Schöpfer.
Der Anfang
Durch den Besuch einer Ausstellung vielleicht gepackt, Grafik zu sammeln,
sollte man vorab doch einige Überlegungen anstellen. Der Markt und das Angebot
sind groß, das Budget sehr unterschiedlich, die Preise günstig bis überteuert,
der Wert und die Qualität streitbar. Auch Kunst unterliegt den Regeln des
Marktes. Was heute gefragt ist, muß nicht unbedingt Geschichte schreiben und was
heute verachtet oder unerkannt bleibt, kann später in die Kunstgeschichte
eingehen. Es ist also nicht einfach einen Einstieg bzw. eine Orientierung zu
finden. Dann könnte man doch Rembrandt's, Dürer's oder Picasso's sammeln, da ist
man immer auf der sicheren Seite. Wer es sich leisten kann, soll's tun, aber
dann bitte verpflichtend. Aber das ist nicht unser Thema.
Ein paar Ratschläge:
1. Vielleicht doch Hände weg von berühmten Namen! Die Künstler haben schon
viele Sammler, und man hat es als Anfänger schwer.
2. Nicht unbedingt sammeln, was alle sammeln. Der Anfänger sollte sich Moden
verwehren.
3. Nicht zu viel vornehmen, besser erst ein kleines Sammelgebiet auswählen,
überschaubar und theoretisch beherrschbar.
4. Keine Angst vor Fehlgriffen! Ohne Lehrgeld geht's nicht. Erfahrungen und
Urteilskraft bilden sich allmählich heraus. Sie lernen sicher schnell schwache
Grafik von wirklich guter zu unterscheiden.
5. Lassen Sie sich Zeit beim Kauf! Ergründen Sie inhaltliche Anliegen des
Blattes und prüfen Sie sorgfälltig dessen Druckqualität.
6. Dokumentieren Sie Umstände, Herkunft, Preis u.a. Bringen Sie möglichst
viel in Erfahrung, von wem die Grafik ist, ob es sich um einen Künstlerdruck
handelt etc. ( Kritiken, Kataloge, Bücher, evtl. Korrespontenz, Kontakt zum
Künstler. )
7. Technik des Druckes, ihre Besonderheiten ermitteln, Alter des Blattes,
Vorbesitzer, wurde es evtl. schon eimal restauriert u.s.w.
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